Mission Maria

Die schwarze Madonna von Einsiedeln

Maria, Mutter Gottes – ist sie auch Königin?

Von Denis Kolic

Für katholische Christen ist diese Frage eher einfach zu beantworten. „Ist Maria Königin?“- „Natürlich ist sie das!“, kommt wie aus der Pistole geschossen. Doch nachdem der Rauch sich etwas gelegt hat, wird auch dem motiviertesten Katholiken klar, dass dies nicht für alle Christen so einfach ist. Aber was lehrt denn die Bibel über Maria als Königin? Gibt es überhaupt Grund dazu, solch einen Titel an Maria zu vergeben? In diesem Artikel werden wir uns einige Bibelstellen ansehen, um eine Antwort zu haben.

Hintergrund

Wir wollen eine Reise in die Zeit des Exodus machen. Um genau zu sein, an die 10 Gebote denken. Eines der Gebote ist sehr wichtig:

Exodus 20,12:

Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir gibt.

Und gleich dazu:

1. Petrus 2,22:

„Er hat keine Sünde begangen und in seinem Mund war kein trügerisches Wort.“

Jesus, der laut Petrus ohne Sünde war, wird auch in keinem Fall gegen das obige Gebot verstossen haben – denn das wäre ja eine Sünde. Jesus, der unser Vorbild sein soll, ist auch das Vorbild in der Art und Weise, wie wir unsere Eltern ehren müssen. Bei unserer Verehrung der Gottesmutter müssen wir uns immer vor Augen halten, dass wir sie niemals mehr lieben können als ihr Sohn sie liebte.

Was sagt die Bibel?

Die hl. Schrift zieht typologische Verbindungen zwischen Personen aus dem Alten und dem Neuen Testament. Jesus zieht eine interessante Parallele zwischen sich und Salomo wie z.B. hier:

Matthäus 12, 42:

„Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Und siehe, hier ist mehr als Salomo.“

Wieso ist der König aus dem AT so interessant für uns? Salomos Beziehung als König Israels, „des Friedens und der Ruhe“ (1. Chr 22, 9), zu seiner Mutter gibt uns Aufschluss darüber, wie das Königtum im antiken Israel gehandhabt wurde.

1. Könige 2, 19-20:

„Batseba ging dann zum König Salomo, um mit ihm Adonias wegen zu sprechen. Da erhob sich der König, ging ihr entgegen und verneigte sich vor ihr. Dann setzte er sich auf seinen Thron und ließ auch für die Königsmutter einen Thron hinstellen. Sie setzte sich zu seiner Rechten. Sie begann: «Nur eine kleine Bitte möchte ich dir vortragen. Verweigere sie mir nicht!» Der König gab ihr zur Antwort: «Fordere nur, Mutter; denn dich werde ich nicht abweisen!“

Nicht nur war wider Erwartung die Mutter die Königin Israels anstatt der Frau, nein, auch hatte sie einen Thron beim Thron ihres Sohnes, der Sohn verneigt sich vor ihr, und das Volk versuchte, über den Einfluss der Königin den König in bestimmten Angelegenheiten für sich zu gewinnen. Im weiteren Verlauf der Geschichte funktioniert das zwar nicht, aber das ist auch nicht der Sinn einer Analogie. Analogien bedeuten nicht, dass sich alles gleichen muss sondern eher, dass das Grundkonstrukt übereinstimmt. Auch in den anderen typologischen Bildern auf Jesus hin im AT wie z.B. Adam, Moses oder König David werden nur die positiven Eigenschaften im Messias erfüllt daher stimmt das auch im Hinblick auf die Batseba des NT- Maria.

Der Engel Gabriel grüsst Maria mit den Worten:

Lukas 1, 31-32:

Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird für immer über das Haus Jakob herrschen; und sein Reich wird kein Ende haben.

Jeder Jude der Antike hätte nach diesen sofort verstanden, wer die Königin ist. Es ist die Frau, die den „Höchsten“ zu Welt bringt der sich auf den „Thron seines Vaters David“ setzen wird und dessen „Reich wird kein Ende haben“.

Die Antwort

Wie wir gesehen haben, ist die Bibel viel verständlicher, wenn man sie mit dem Verständnis und dem Kontext ihrer Zeit liest, anstatt mit modernen europäischen Augen, denen – ohne bösen Willen – wichtige Details verloren gehen können. Die katholische Kirche hat in ihrer knapp 2000jährigen Geschichte diesen Blick gewahrt und uns dadurch die Wahrheiten erhalten, die wir gemeinsam als Kinder Gottes in unseren Festen feiern dürfen und sollen.

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